persönlichkeitsanalyse Big5

#2 Die Big 5 – und wie Du Sie nutzen kannst.

Was sind die Big Five?

Menschen versuchen schon lange und immer wieder Modelle zu entwickeln, mit denen man die Persönlichkeit messen und darstellen kann.

Vielleicht hast Du schon von Persönlichkeitstests wie MBTI, DISG, Insights o.ä. gehört? Im Laufe meines Berufslebens hatte ich oft die Möglichkeit solche Testverfahren mitzumachen. Irgendwie komplett überzeugt hatte mich allerdings keines dieser Tools. Zumindest nicht so, dass ich selbst damit arbeiten wollte.

Hinzu kommt, dass es oft Unterschiede in den Ergebnissen gibt, ausgehend von der Situation, in der Du diesen Test bearbeitest. Das ist völlig normal. Wir verhalten uns meistens unterschiedlich, abhängig davon, ob wir im beruflichen und privaten Umfeld unterwegs sind. Wenn solche Tests in Unternehmen gemacht werden, gilt es natürlich für den Arbeitskontext. Und treibt dann seltsam Blüten á la „Du kehrst heute aber wieder Deine rote Seite voll raus.“ Oder „Ach, Du bist so eine Gelbe.“ Wir wollen doch in unserem Leben insgesamt zufrieden sein – nicht privat versus beruflich – oder?Schubladen lassen nicht so viel Platz für Entwicklung

Dennoch ist es ein angestrebtes Ideal, Persönlichkeit exakt und differenziert darzustellen. Eigentlich auch gut, dass es so exakt eben nicht geht, weil jeder Mensch ein besonderes Individuum ist.
Doch in der Persönlichkeitspsychologie hat man 5 Dimensionen gefunden, die so einem Ideal näherkommen. Das sind die sogenannten Big 5 oder auch Big Five geschrieben.

Seit den 1930er Jahren wird dieses Modell stetig weiterentwickelt und ist damit das universelle Standardmodell in der psychologischen Forschung, um Persönlichkeit darzustellen. Unzählige Studien bestätigen immer wieder die Güte dieser fünf Faktoren. Manchmal liest Du vielleicht vom OCEAN-Modell, dann ist das die Abkürzung aus den ersten Buchstaben der fünf Dimensionen in englischer Sprache:

  • Openness (Offenheit)
  • Conscientiousness (Gewissenhaftigkeit)
  • Extraversion (Extraversion – nicht Extro)
  • Agreeableness (Verträglichkeit)
  • Neuroticism (Neurotizismus)

Oftmals wird das Ergebnis dann so dargestellt, dass man in der jeweiligen Dimension stark oder schwach ausgeprägt ist. Daran werden sich z.B. eher introvertierte Menschen vermutlich stören. Eine „schwach ausgeprägte Extraversion“ wird den tollen Qualitäten von Introvertierten nämlich nicht gerecht.

Was am LPP als Persönlichkeitsanalyse anders ist

Nachdem ich selbst den LINC Personality Profiler (LPP) gemacht habe, war ich vom Ergebnis echt begeistert. So gut hat mich noch keine Persönlichkeitsanalyse getroffen. Selbst die Passage in dem ausführlichen Report über positive wie negative Fremdwahrnehmungen, konnte ich gut nachvollziehen. Vor allem die Teile aus der kritischen Ecke konnte ich getrost abnicken – alles schon erlebt. Und daraus was gelernt. 🙂

So sieht ein kleiner Teil des Ergebnisses aus. Und ja, das sind meine eigenen Big 5. Da mache ich kein Geheimnis draus.

Modell Big 5 aus Persönlichkeitsanalyse nach LLP

So sieht ein Teil des Ergebnisses mit dem LPP aus – die Big 5 ergänzt um Motive und Kompetenzen.

Fällt Dir ein Unterschied zu meiner obigen Beschreibung der Big Five auf?

Richtig, es gibt kein hoch oder niedrig, stark oder schwach, sondern es ist ein bidimensionales Modell.
Die Begriffe sind positiver formuliert und aus meiner Sicht damit auch leichter verständlich. Denn gerade bei Begriffen wie Extraversion und Introversion gibt es in der Beschreibung schon viele Missverständnisse. Und Neurotizismus geht auch nicht so flott über die Lippen.

In den nächsten Beiträgen werde ich Dir die fünf Dimensionen genauer vorstellen.

Persönlichkeitsanalyse mit dem LPP von LINC Institut

Dieses Persönlichkeitsprofil wurde entwickelt vom LINC Institut, einer Ausgründung aus der Leuphana Universität Lüneburg. Die 5 Dimensionen, die der LPP (Linc Personality Profiler) misst, heißen dann

  • Introversion vs. Extraversion
  • Gewissenhaftigkeit vs. Flexibilität
  • Offenheit vs. Beständigkeit
  • Kooperationsorientierung vs. Wettbewerbsorientierung
  • Sensibilität vs. Emotionale Stabilität

Zu diesen fünf großen Bereichen gibt es natürlich einiges mehr zu sagen und im Ergebnisreport erhältst Du mehr konkrete Details für Dich ganz persönlich. Wenn Du die folgende Artikelserie zu den Big 5 verfolgst, bekommst Du damit vielleicht auch schon ein klareres Bild von Dir selbst. Kannst gern mal berichten.

Partnerschaft abchecken – Wollen wir wirklich zusammenziehen und andere Fragen

Spannend ist übrigens der Abgleich mit anderen Personen. Auch das kann der LPP in Form eines Paarchecks.

Wer zum Beispiel überlegt, (wieder) mit einem neuen Menschen zusammenzuziehen, kann im Vorfeld in Ruhe klären, wie man mit den üblichen Fallen des Zusammenlebens umgehen wird. Oder Paare, deren Kinder das Haus verlassen und die sich wieder neu zusammenfinden wollen, profitieren ebenfalls, wenn sie diesen neuen Lebensabschnitt bewusster gestalten. Wer Lernen möchte, die eigenen Bedürfnisse besser zu kommunizieren, gewinnt mehr Klarheit über sich. Und das erleichtert wiederum die Kommunikation.

Bevor Du also Deine Partnerin oder Deinen Partner hobbypsychologisch mit Narzissmus oder Bindungsangst etikettierst, kannst Du zunächst auch mal bei Dir selbst nachsehen. Wie bist Du mit Deiner Persönlichkeit gestrickt und wie passt das zur Persönlichkeit Deines Gegenübers? Was könnte euch eine gute Kommunikation erleichtern? Worauf solltet ihr im Zusammenleben jeweils achten?

Egal in welcher Form Du die Erkenntnisse Deiner Big 5 für Dich nutzt, Du schaffst Dir damit ein langfristiges Fundament für mehr Selbstbewusstheit und Ausgeglichenheit.

Natürlich ist so ein Persönlichkeitsprofil wie der LPP nur ein Teil des Ganzen. Papier ist geduldig und manchmal auch erklärungsbedürftig.
Daher solltest Du keine Persönlichkeitsanalyse machen, wenn Du kein Feedbackgespräch und eine Fragerunde zum Ergebnis erhältst. Für den LPP spricht auch, dass der Report zusätzlich eine Auswertung über Deine Motive und Kompetenzen enthält. Also deutlich mehr als die Big Five.

Wie Du bei mir den LPP machen kannst, erfährst Du hier.

Und wenn ihr als Paar überlegt, dass euch so ein Paar-Check up auf eine neue Beziehungsbasis heben kann, dann findest Du hier mehr Informationen.

Hier folgen nach und nach die genaueren Beschreibungen der Big Five mit Verlinkung:

Introversion vs. Extraversion
Gewissenhaftigkeit vs. Flexibilität
Offenheit vs. Beständigkeit
Kooperationsorientierung vs. Wettbewerbsorientierung
Sensibilität vs. Emotionale Stabilität.

Posted by Gabriele Golling

Autorin Gabi Golling: Menschen interessieren und faszinieren mich. Und daher interessiere ich mich für alles Menschliche, persönliche Entwicklung und für mehr Leichtigkeit im Leben.🎈 In meiner Arbeit in Seminaren, Workshops und im Einzelcoaching steht für mich die mentale Gesundheit 🧠 im Vordergrund. Gute und wertschätzende Kommunikation und das Wohlbefinden aller liegt mir am Herzen. 💚

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