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Sensibilität oder emotionale Stabilität

Die fünfte der Persönlichkeitsdimensionen im Rahmen der Big Five befasst sich damit, wie Menschen im Angesicht von Krisen, Problemen und Widerständen auf der emotionalen Ebene reagieren. Hier erfährst Du, ob Du eher sensibel oder emotional stabil bist.

Hast du vielleicht schon den Beitrag zu Extraversion vs. Introversion gelesen? Dann weißt du, dass dies nicht zwingend im Zusammenhang mit introvertierten Persönlichkeitsfaktoren zu sehen ist.

  1. Sensible und emotional stabile Menschen haben ein unterschied­liches Gefühlserleben
  2. Wie kannst Du von den Big Five profitieren?

Sensible und emotional stabile Menschen haben ein unterschied­liches Gefühlserleben

symbolische Darstellung für Sensibilität - ein Mensch hinter ihm wie Flügel ein Funkzeichen als Symbol für die besondere Empfänglichkeit von Schwingungen.

Das ist dir sicher auch schon häufiger begegnet: Gestresste Menschen reagieren auf kleinste Einflüsse von außen schnell gereizt. Und das hat häufig gar nichts mit der Situation selbst zu tun. Es geht um deren Charaktereigenschaften. Sie sind vielleicht sehr sensibel.

Auf der anderen Seite gibt es Persönlichkeiten, die eine psychische Robustheit an den Tag legen. Das lässt sie unter Umständen emotionslos und überkontrolliert wirken. Positiv formuliert verfügen sie über eine hohe emotionale Stabilität. 

Sensibel – intensive Gefühle, aber auch hohe Anspannung

Menschen mit einer hohen Sensibilität verfügen über ein intensives Gefühlserleben. Das gilt für negative Emotionen genauso wie für positive. Sie leiden allerdings auch eher unter den Auswirkungen von negativen Gefühlen. Stimmungsschwankungen werden sensible Menschen viel eher erleben. Und sie sind oft anfälliger für Stress.

So kann man Sensibilität im Wesentlichen erkennen oder erfahren:

Das Anspannungsniveau ist eine Facette der Persönlichkeitsdimension Sensibilität. Es ist die Tendenz sich aufgrund von realen oder fiktiven Ereignissen, Sorgen zu machen. Dabei ist es egal, ob diese in der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft liegen. Vielleicht läßt sich diese Person von verschiedenen Informationen beunruhigen. Doch sie trifft dadurch auch seltener Fehlentscheidungen. Diese Anspannung zeigt sich oft auch stark auf körperlicher Ebene z.B. durch verspannte Muskulatur.

Kommt dann noch der Aspekt der Reizbarkeit hinzu, kann das schon ein kleines Pulverfässchen werden. Denn auf Provokationen reagieren sensible Menschen vielleicht etwas heftiger. Nicht immer geht diese Reaktion nach außen. Wut, Frustration oder Verbitterung kann man auch schön in sich rein fressen. Gesund ist das allerdings auf Dauer nicht. Doch man kann Wege finden, damit  gesünder umzugehen. Da hilft z.B. die Klopftechnik, mit der ich arbeite: PEP© nach Dr. Michael Bohne (Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie)

Ein Blickwinkel für Sensibilität geht natürlich auch zur Stimmungslage. Diese könnte eher wechselhaft sein. Bei Misserfolgen geben sich sensible Menschen eher selbst die Schuld. Doch genau das kann eine tolle Antriebsfeder für persönliche Entwicklung sein. Vielleicht ja mit einem Persönlichkeitsprofil, wie dem LPP.

Selbstsicherheit zeigt sich in sozialen Situationen. Und Menschen mit hoher Sensibilität neigen dann eher zu Schüchternheit oder Verlegenheit. Sie sind eben feinfühlig und reagieren stärker auf negative Kommentare oder Kritik.

Impulsivität gehört meistens auch zur sensiblen Seite. Das meint die Tendenz einem Handlungsimpuls eher mal nachzugeben. Man spricht dann oft von „Genussmenschen“. Doch manche Impulse haben auch negative Konsequenzen. Denk’ mal ans Naschen und die evtl. Gewichtszunahme, die daraus folgen kann. 

Wenn sich belastende Situationen negativ auf das eigene Empfinden auswirken, spricht man von Stress. Wer hohe Werte bei diesem Aspekt der Sensibilität hat, leidet womöglich jedoch mehr unter belastenden, stressigen Umständen als emotional stabile Persönlichkeiten.

Ist es also jetzt erstrebenswert, emotional möglichst stabil zu werden?

Charaktereigenschaften, wie sie die Big Five messen, sind relativ konstante Persönlichkeitsfaktoren. Und damit gar nicht nicht so leicht veränderbar. Ein konkretes und fundiertes Ergebnis aus einem Persönlichkeitsprofil ist kein Korsett. Du musst also nicht automatisch und immerzu genau so handeln. Du hast immer die Wahl! Nur wird dir das eine oder andere vermutlich leichter oder schwerer fallen.

Übrigens könnte man sensibel leicht mit empathisch verwechseln. Empathie meint jedoch, die Fähigkeiten des Mitfühlens und Anteilnahme am Schicksal anderer. Also bezieht mehr 

das Außen mit ein. Deswegen findest du mehr darüber in der Dimension Offenheit vs. Beständigkeit.

Oder gehörst du zu den Menschen, sie sogar über das „normale“ Maß hinaus sensibel sind – also eine HSP (HochSensiblePerson)?

Hören wir mal, das die andere Seite der Dimension Sensibilität vs. Emotionale Stabilität bedeutet.

symbolische Darstellung für emotionale Stabilität - eine Waage die Ausgeglichen steht

Emotional stabil – kontrolliert, entspannt und unsensibel? 

Wenn es um Krisen und Probleme geht, hilft es durchaus, wenn du in der Lage bist, deine Gefühle und Handlungsimpulse zu kontrollieren. Das fällt Menschen mit einer hohen emotionalen Stabilität deutlich leichter. Sie lassen sich auch weniger schnell verunsichern. Denn sie sind für unangenehme Gefühle wie Scham oder Verlegenheit weniger empfänglich.

Während sensible Personen ein hohes Anspannungsniveau besitzen, ist es bei emotional Stabilen eher gering. Klar, denn sie machen sich weniger Sorgen und lassen sich nicht so schnell beunruhigen. Allerdings kann es auch passieren, dass sie deswegen fatale Fehleinschätzungen vornehmen. Oder sie unterschätzen ggf. die Brisanz von Informationen.

Menschen, die dir gleichmütig oder negativ formuliert eher phlegmatisch vorkommen, besitzen vermutlich eine geringere Reizbarkeit. Auf Provokationen reagieren sie weniger heftig, weil sie Anfeindungen nicht so persönlich nehmen.

Wer über eine stabile Stimmungslage verfügt, empfindet seltener Gefühle wie Niedergeschlagenheit. Damit ist jemand allerdings nicht unbedingt glücklich, sondern nur unempfindlicher gegenüber negativen Gefühlen. Das wiederum hilft allerdings dabei, nicht in Selbstzweifel oder Schuldgefühle zu verfallen oder sich gar entmutigen zu lassen.

Ein Aspekt von emotionaler Stabilität ist die soziale Selbstsicherheit. Das meint nicht, dass ein Mensch geschickter oder sozial kompetenter agiert. Vielmehr lassen sich diese Personen im Kontakt mit anderen einfach weniger leicht verunsichern. 

Wenn du deine Impulse stärker kontrollieren kannst – v.a. wenn es notwendig erscheint, kann das sehr nützlich sein. Ein interessanter und für die Zuschauer*innen witziger Versuch ist das sogenannte Marshmallow-Experiment. Hier findest Du eines der vielen Videos dazu. (Bei den Gesichtern geht einem das Herz auf.) Übrigens ist eine Idee dahinter folgende – wer seinen Impulsen nicht sofort nachgibt, kann diese Fähigkeit nutzen, um ohne Ablenkungen auf ein Ziel hinzuarbeiten.

Als stressresistent gelten Menschen, die negativen Stress nicht so intensiv wahrnehmen und weniger darunter leiden. Natürlich empfinden auch sie Stress. Doch emotional stabile Persönlichkeiten gehen eher davon aus, dass sie Wege finden, um damit zurecht zu kommen. Das muss nicht die beste Lösung sein, sie trauen sich einfach mehr zu und können zunächst mit der Belastung besser umgehen.

Doch auch das hat seine Grenzen.

Für jeden Menschen gibt es irgendwann einen Punkt, an dem Stress negative körperliche und emotionale Folgen hat und die mentale Gesundheit wird darunter leiden. Diese Auswirkungen höre ich leider zu oft in meinen Infoseminaren über psychische Erkrankungen. Dabei sind einige der Charaktereigenschaften von emotional stabilen Menschen wesentliche Bestandteile von Resilienz, also deiner psychischen Widerstandskraft.

Beim Thema Stress heißt es also für alle: Achte gut auf dich!

Wie kannst Du von den Big Five profitieren?

Wie immer gilt für die großen Überschriften, also die fünf Dimensionen der Persönlichkeit – die Big 5, dass sich diese in unterschiedlichen Ausprägungen zeigen können. Daher stellen meine Erläuterungen nur die beiden Extreme dar.

Erst im Zusammenspiel aller fünf Bereiche und deren Unterfacetten wird viel mehr deutlich. 

Daher bekommst du von mir ein über 30-seitiges Persönlichkeitsprofil mit ersten Erläuterungen.

Dazu gibt es ein 90-minütiges Rückmeldegespräch. Darin beantworte ich deine Fragen zu deinen individuellen Big Five, Motiven und Kompetenzen. Und wir forschen nach deinen Stärken und Entwicklungsfeldern.

Hier findest du mehr über diese Form der Persönlichkeitsanalyse.

Autorin_Gabriele-Golling_Mentaltraining mit Herz und Verstand

Autorin: Gabriele Golling

Veröffentlicht: 08.07.2022 / Bild geändert: 16.07.2023

Statt Höher-Schneller-Weiter lieber Breiter-Tiefer-Bewusster

Echtes Wohlbefinden geht mit persönlicher Klarheit einher. Davon bin ich fest überzeugt. Daher begleite ich von Herzen gern Menschen, die sich persönlich entfalten wollen.

Nur mit seriösen, wissenschaftlich fundierten Methoden gelingt sanfte und nachhaltige Persönlichkeitsentwicklung. Individuelle Entwicklung und Bewusstsein verhindern Unzufriedenheit und führen zu harmonischer Selbstbestimmung.

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